Unternehmernachfolge

Unternehmer-Nachfolge

»Unternehmensnachfolge« ist genau genommen eine irreführende Bezeichnung. Denn tatsächlich geht es hier um zwei Menschen: Einen der geht, und einen Anderen, der an seine Stelle tritt. Eine Unternehmensnachfolge würde dagegen bedeuten, dass ein Unternehmen einem anderen nachfolgt. Beispielsweise im Rahmen einer Post Merger Integration. Eigentlich handelt es sich also um eine »Unternehmer-Nachfolge«.

Die Logik des Misslingens bei der Unternehmer-Nachfolge

Bei dieser Nachfolge können einige grundlegende Fehler zu einer regelrechten Logik des Misslingens führen. Dazu gehört beispielsweise, dass:
  • die Nachfolgeregelungen entweder viel zu früh oder aber viel zu spät diskutiert und beschlossen werden,
  • der abgebende Unternehmer versucht, seine gestalterischen Ideen und Überzeugungen für alle Zeiten festzuzurren, und die gestalterische Freiheit seines Nachfolgers über Maße einschränkt,
  • die Ahnungslosen (z.B. Familienmitgliedern bei gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen) erst zu Beteiligten, später zu Opfern gemacht werden.
Ein besonders heimtückischer Fehler: Es geht gar nicht um den Erhalt des Unternehmens, sondern um den Erhalt der finanziellen Quellen des Unternehmers und dessen Familie. Gleiches gilt natürlich auch für eine ein von einer Unternehmergruppe geführtes Unternehmen.
Problematisch wird es auch, wenn Abgebender und Nachfolger sich selbst gegenüber hinsichtlich ihrer steuernden Motive nicht ehrlich sind, und sie auch nicht ehrlich kommunizieren. Eine positive Grundeinstellung reicht ebenfalls nicht aus: Wer´s kann, aber nicht will, hat in der Unternehmernachfolge ebenso wenig zu suchen wie jemand, der´s will, aber nicht kann. Leider werden Nachfolger oft eher aus Sympathie denn aufgrund geprüfter Eignung bestimmt und eingesetzt.

Meine Logik des Gelingens bei der Unternehmer-Nachfolge

Wenn es Vorgehensweisen gibt, die fast zwangsläufig zum Scheitern einer Unternehmernachfolge führen, dann müsste es doch umgekehrt auch solche geben, die ein Gelingen sichern. Diese Regeln, Rahmenbedingungen und Voraussetzungen fürs Gelingen nenne ich die Logik des Gelingens.

Der wichtigste Grundsatz der Entscheidungslehre lautet dabei:

Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo sie realisiert werden sollen. Und zwar von denen, die hinterher die Verantwortung für die Realisierung und für die Realisierungsergebnisse tragen sollen.
Wer die späteren Ergebnisse nicht verantwortet, also auch nicht das Risiko trägt, hat dagegen im Entscheidungsprozess nichts zu suchen. Es müssen vielmehr diejenigen einbezogen werden, die später die Entscheidung, Realisierung und Ergebnisse verantworten sollen.
Unternehmenszweck, Identität, Leitbild und Unternehmensziele werden in aller Regel in einer »Unternehmensstrategie« festgelegt und beschrieben. Abgebender und Nachfolgender sollten deshalb auch eine Strategie für die Phase der Unternehmernachfolge erarbeiten und entscheiden, die Orientierung in dieser kritischen Unternehmensphase gibt, und für die nähere Folgezeit.

Gunter Steidinger Unternehmensberatung / StrategieCentrum Schwarzwald-Bodensee

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